OGV Saalfelden

Unsere Vereins- Chronik

Die Geschichte des Obst- und Gartenbaues im Raume Saalfelden

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts erließ die Salzburger Landesregierung ein Dekret, wonach durch die Gründung von Schulgärten die Obstbaumzucht, die Gemüsekultur und auch die Bienenzucht gefördert werden sollte. In den Schulchroniken der Volksschulen in Saalfelden, Gerling und Lenzing gibt es dazu erläuternde Aufzeichnungen.

Oberlehrer Josef Müller wurde anlässlich seiner Pensionierung 1877 das „Silberne Verdienstkreuz mit der Krone“ verliehen. Dazu ist vermerkt:“Nachdem er sich durch seinen Diensteifer, durch Achtsamkeit, durch Hebung des Gartenbaues und der Obstbaumzucht usw. die Achtung der Gemeinde im vollsten Masse erworben hatte….“

Sein Sohn Oberlehrer Franz Müller erweiterte mit öffentlichen Unterstützungsgeldern den „..einzigen Schulgarten, damit der Schuljugend Gelegenheit geboten werde, selbstständig zu schaffen und zu arbeiten“.  Mit heimischem Obst hielt er in den Jahren 1881 und 1883 in seiner Klasse eine Obstausstellung ab, welche sich über „Regen Besuch der Bevölkerung erfreute“.

Der nachhaltigste Nutzen war wohl der, dass aus der seinerzeitigen Schuljugend mehrere junge Menschen kamen, die sich für den Obst und Gartenbau interessierten und auch einsetzten. So legten die Brüder Leonhard und Peter Wiechenthaler bereits 1885 in Ramseiden eine Baumschule an. Von hier wurden junge Obstbäume im Pinzgau und darüber hinaus gepflanzt.

 Nach Fachvorträgen des Wanderlehrers Paul Eiterer und des Pomologen und Botanikers Ludwig Jakob Glaab gründeten die Brüder Wiechenthaler mit gleichgesinnten Freunden im Jahre 1902 den Obst- und Gartenbauverein Saalfelden. Der Schwerpunkt der Tätigkeit des Vereines bestand im Heranzüchten  junger, unserem Klima angepasster Obstbäumchen und deren Verbreitung.

Von 1924 bis 1934 wurde der Verein von Mathias Gschwendtner, vulgo Jagadiener, geleitet. Zahlreiche Neupflanzungen und die Pflege des alten Baumbestandes waren die Hauptaufgaben. Vinzenz Putzer, Direktor der Bürgerschule, war lange Zeit erfolgreich im Vereinsvorstand tätig.

Von 1934 bis 1959 leitete Johann Löcker den Verein. 1934 organisierte der Verein eine große Obst- und Gartenbauausstellung. Mehrere Gold- Silber- und Bronzemedaillen und Diplome wurden verliehen. Im Jahre 1948 wurde mit ähnlichem Erfolg eine große Landes-Obstschau abgehalten.

In den 50-er Jahren übernahm der Verein auch die Betreuung und Beratung auf dem Gebiete des Blumenschmuckes in den Gärten, auf den Balkonen und an den Fenstern. Der Blumenschmuck ist mit den gepflegten Gärten ein wesentlicher Bestandteil unserer ansprechenden Ortsbildgestaltung.

Von 1959 bis 1968 war Hans Wallner, Gollingbauer in Harham,  Vereinsobmann. Neupflanzungen, Baumschnittkurse, Veredelungskurse, Schädlingsbekämpfung, Obstverwertung und die Organisation von Blumenschmuckwettbewerben sah er mit seinem Vorstand als die wichtigsten Aufgaben des Vereines.

Die lange Zeit von 1968 bis 1996 war der ehemalige Gemeindegärtner Hans Unterberger aus Gerling Obmann. In Zusammenarbeit mit seinem Vorstand, waren Gartenbau und Blumenpflege, Obstbaumpflanzung, Schnitt- und Veredelungskurse, Sortenbestimmungen, Informationsabende,  Lehrfahrten usw. die Schwerpunkte seiner Tätigkeit. 1977, 1982 und 1992 wurden jeweils viel beachtete Obst-, Gemüse- und Blumenausstellungen durchgeführt.

Vom Landesverband Salzburg, der Stadtgemeinde Saalfelden und dem Verein wurden dem nunmehrigen Ehrenobmann zahlreiche Auszeichnungen zuerkannt.

Seit 1996 ist Hubert Kellerer-Pirklbauer aus Pfaffing Obmann. Die Weiterentwicklung des OGV, des landschaftsprägenden Blumenschmuckes, ein vielseitiges Kurs- und Informationsprogrammes und die Bekämpfung der neuen Kernobstkrankheit Feuerbrand sind die vorrangigen Vereinsziele. Der "Tag des Apfels“ in den Kindergärten, Schulen und im Seniorenheim Saalfelden soll die Bedeutung des gesunden, heimischen Obstes bewusst machen.

Unser Verein ist mit ca. 950 Mitgliedern der größte Obst- und Gartenbauverein Österreichs.